Heiße Fusion

von Maria Schmid

Bad Wörishofen Die Sommerkonzerte 2009 werden nicht nur den Musikanten der „Big Band JazzKur“ der Städt. Sing- und Musikschule und dem „Musikverein Dirlewang“ unvergesslich bleiben. Die Idee, gemeinsam ein Konzert zu geben, wurde ein voller Erfolg. Nur, vor einem Jahr spielten sie „nacheinander“. Dass ein gemeinsam gespieltes Konzert ein Erlebnis werden könnte, das zeigten die nun zum „Big Music Orchestra“ formierten 90 Musikerinnen und Musiker in einem grandiosen Konzert im Kursaal. Vollblutmusiker Klaus-Jürgen Herrmannsdörfer, Dirigent der Big Band und des Musikvereins, leitete auch diesen Klangkörper.


Einen gewaltigen Klangkörper hatte Klaus-Jürgen Hermannsdörfer im Kursaal zu dirigieren. Doch der Vollblutmusiker meisterte auch diese Aufgabe mit Bravour.



Notenmaterial für eine so ungewöhnliche Blasmusik gibt es nur sehr wenig. Und doch sind sie fündig geworden. Manfred Honetschläger, Posaunist der Big Band des hessischen Rundfunks schrieb das viersätzige Werk „Skizzen aus der Levante“. Damit kam Sonne in den Saal, die Sonne aus dem „Morgenland“ des östlichen Mittelmeeres. Dieses Tongemälde hat verträumte orientalische Elemente, lässt Urlaubsstimmung aufkommen. Die Musiker setzen dieses Werk so recht ins Bild. Da sind ganz besonders die einzelnen Solopartien zu beachten, ob Saxophon, Posaune, Trommeln, Trompeten oder Schlagzeug. Hier passt alles perfekt und sehr harmonisch zusammen. Dieses zentrale Werk wurde umrahmt mit der gleich zu Beginn festlich interpretierten „Jungsteirer Fanfare“. Doch auch das „Medley von Glenn Miller“ und das „Beatles Medley“ waren ein brillantes Tonfeuerwerk.

Für ganz besondere, leise Töne sorgte Andreas Langanki, Dirigent der Stadtkapelle Bad Wörishofen, am Vibraphon. Lionel „Hamp“ Hampton, einer der bekanntesten Vibraphonisten und Jazzmusiker der USA, schrieb für seinen Sohn ein passendes Stück, in dem die Launen eines Kindes gut herauszuhören sind. Diese Musikanten sind wahre „Children of Music“. Das zeigten sie in besonderem Maße bei der Filmmusik zu „The Children of Sanchez“ mit einem großartigen Trompetensolo.

Die Zuhörer erklatschten sich eine ganz besondere Zugabe: „Alte Kameraden“. Nach all den rassigen Klängen war das Publikum allerdings ob des Titels hörbar enttäuscht. Sie sollten sich wundern. Was sie zu hören bekamen, war alles andere als ein alter, bekannter Marsch. Heinz Herrmannsdörfer, der Onkel des Dirigenten, hatte das Lied neu arrangiert. Herausgekommen ist ein Marsch im Swing-Stil und -tempo, einfach umwerfend. Bravo-Rufe und riesiger Beifall waren wohlverdient.